Über Fronleichnam, vom 18. bis 22. Juni 2025, machten sich unsere Rover und Leiter auf den Weg, den Norden zu erkunden – genauer gesagt: Ostfriesland. Schon die Anreise war geprägt von Vorfreude, Musik im Bus und den üblichen Diskussionen darüber, wer eigentlich welchen Proviant besorgt hatte.
Unser Ziel war das Pfadfinderheim der Wildgänse in Leer, nur einen Steinwurf von der Leda entfernt. Dort richteten wir uns schnell ein. Die Hütte erwies sich als idealer Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen: gemütlich, praktisch und mit genau dem Lager-Charme, den man an Pfadfinderheimen so schätzt.
Der erste größere Ausflug führte uns nach Norddeich zur Seehundstation. Zwischen niedlichen Heulern, spannenden Informationen zum Schutz des Wattenmeeres und Einblicken in die Arbeit der Tierpfleger tauchten wir tief in die Welt der Nordsee ein. Viele von uns waren überrascht, wie viel Engagement und Fachwissen hinter dem Schutz der Meeressäuger steckt – lehrreich und gleichzeitig richtig beeindruckend.
Am Abend wartete zurück in Leer ein ganz anderes Abenteuer auf uns: Pizza backen. Gemeinsam wurde Teig geknetet, Gemüse geschnippelt und mutig kombiniert. Von klassischer Margherita bis zu eher experimentellen Belägen war alles dabei. Natürlich wurde am Ende nicht nur genüsslich gegessen, sondern auch lebhaft diskutiert, wessen Pizza denn nun die beste war.
Der Freitag stand ganz im Zeichen der ostfriesischen Lebensart: Wir schwangen uns auf die Fahrräder und erkundeten das grüne Umland. Mit frischem Wind im Gesicht lösten wir unterwegs Hinweise, knackten Rätsel und nahmen auch die ein oder andere ungeplante Abbiegung mit – oder wie wir es nannten: zusätzliche Trainingskilometer. Ziel war schließlich die wunderschöne Altstadt von Leer, deren kleine Gassen und historische Häuser wir trotz müder Beine ausgiebig genossen. Ein echtes Highlight der Fahrt.
Am Samstag folgte dann der krönende Abschluss: der Besuch der Meyer Werft in Papenburg. Schon beim Betreten der riesigen Hallen waren wir sprachlos. Die Dimensionen der entstehenden Schiffe sprengten jede Vorstellung. Besonders beeindruckend war ein im Bau befindliches Kreuzfahrtschiff, dessen Größe, Technik und Detailreichtum uns nachhaltig ins Staunen versetzten.
Zwischen all den Programmpunkten blieb natürlich genug Zeit für das, was eine Roverfahrt ausmacht: gemeinsames Kochen, lange Gespräche bis tief in die Nacht, Lachen über kleine Pannen und dieses besondere Gemeinschaftsgefühl, das entsteht, wenn man zusammen unterwegs ist. Ob beim Frühstück mit ostfriesischem Tee oder beim abendlichen Kartenspiel – genau diese Momente machen solche Fahrten unvergesslich.
Nach fünf Tagen voller Wind, Weite, Gemeinschaft und norddeutschem Charme traten wir schließlich die Heimreise an: müde, aber glücklich. Im Gepäck viele Erinnerungen, neue Geschichten – und der feste Vorsatz: Das war sicher nicht unsere letzte Roverfahrt.


